Die Körpersprache zu lesen ist eine schwierige Fähigkeit, die du im Laufe deines Berufslebens weiter entwickeln wirst. Auch wenn jeder Mensch seine nonverbale Kommunikation anders nutzt, gibt es doch einige allgemeine Hinweise, auf die du achten solltest und die dir Aufschluss über die Gefühle, Absichten, Motivationen und vieles mehr einer Person geben. Wenn du mit jemandem kommunizierst, ist es hilfreich, auf seine Körpersprache zu achten und gleichzeitig seine verbale Kommunikation wahrzunehmen.

Hier sind ein paar Aspekte für die Körpersprache, auf die du achten solltest:

Körperhaltung

Wenn eine Person die Schultern zurückhält und die Wirbelsäule gerade hält, ist das ein Zeichen dafür, dass sie engagiert ist, zuhört und offen für die Ideen oder Informationen ist, die du präsentierst. Eine schlechte Körperhaltung mit hängenden oder hochgezogenen Schultern und gekrümmter Wirbelsäule bedeutet, dass die Person nervös, ängstlich oder wütend ist.

Gebrauch der Arme

Wenn eine Person ihre Arme seitlich verschränkt, auf dem Tisch ablegt oder auf eine andere offene Art und Weise arrangiert hat, ist das ein Zeichen dafür, dass sie sich positiv fühlt und bereit ist, Informationen aufzunehmen. Wenn die Arme verschränkt oder geschlossen sind, hat die Person möglicherweise eine negative Emotion.

Gebrauch der Beine

Wenn eine Person beide Füße flach auf den Boden stellt, ist das ein Zeichen dafür, dass sie bereit und offen ist, deine Ideen zu hören. Wenn die Beine gekreuzt oder in einer anderen geschlossenen Formation aufgestellt sind, fühlt sie sich vielleicht irritiert oder gestresst.

Gesichtsausdruck

Wenn du mit jemandem sprichst, der die Stirn runzelt, die Augen zusammenzieht oder die Lippen zusammenpresst, solltest du innehalten, um sicherzustellen, dass er nicht verwirrt, wütend oder anderweitig negativ gestimmt ist. Wenn du mit jemandem kommunizierst, der ein sanftes Lächeln, entspannte Gesichtsmuskeln oder leicht hochgezogene Augenbrauen hat, ist das ein Zeichen dafür, dass er die Informationen, die du ihm präsentierst, gut findet.

Wie du richtig auf Körpersprache reagierst

Sei sensibel, wenn du auf nonverbale Kommunikation reagierst. Viele Menschen sind sich ihrer Körpersprache nicht bewusst und es könnte ihnen peinlich sein, wenn du sie ansprichst. Wenn du merkst, dass jemand während deiner Kommunikation wütend, ängstlich oder verwirrt ist, nimm dir einen Moment Zeit, um zu überlegen, wie du am besten auf die Person eingehen kannst.

Wenn du das Gefühl hast, dass es von Vorteil wäre, die Person zu fragen, wie sie sich gerade fühlt, sprich sie sanft an mit Worten wie:

„Ich spüre, dass du dich von meiner Präsentation überfordert fühlst. Gibt es etwas, das ich dir in Ruhe erklären kann, oder eine Idee, zu der du mir Feedback geben möchtest?“

ODER

„Ist das ein guter Zeitpunkt, um über unseren neuen Prozess zu sprechen? Wenn nicht, finde ich gerne einen besseren Zeitpunkt, an dem wir uns unterhalten können.“

Wenn du dich in einer Besprechung mit mehreren Personen befindest, ist es vielleicht besser, sie danach unter vier Augen anzusprechen.

Wie du deine nonverbale Kommunikation verbesserst

Um deine eigene nonverbale Kommunikation zu verbessern, gibt es einige Schritte, die du unternehmen kannst:

Nimm wahr, wie sich deine Emotionen körperlich anfühlen

Emotionen werden nicht nur im Kopf empfunden, sie wirken sich auch auf unseren Körper aus. Wenn du im Laufe des Tages eine Reihe von Emotionen erlebst (z. B. Energie, Langeweile, Freude oder Frustration), versuche herauszufinden, wo du diese Emotion in deinem Körper spürst.

Wenn du dich zum Beispiel ängstlich fühlst, bemerkst du vielleicht, dass sich dein Magen angespannt anfühlt. Wenn du dir selbst bewusst machst, wie sich deine Gefühle auf deinen Körper auswirken, kannst du dein Auftreten nach außen besser kontrollieren.

Achte bewusst auf deine nonverbale Kommunikation

Sei aufmerksam, wenn du versuchst, mit anderen durch Gesichtsausdrücke oder Körpersprache zu kommunizieren. Bemühe dich um eine positive Körpersprache, wenn du dich aufmerksam, offen und positiv gegenüber deiner Umgebung fühlst.

Du kannst deine verbale Kommunikation auch durch Körpersprache unterstützen, wenn du dich verwirrt oder ängstlich fühlst, z. B. durch eine gerunzelte Stirn. Nutze die Körpersprache neben der verbalen Kommunikation, indem du z. B. Folgefragen stellst oder den/die Vortragende/n zur Seite ziehst, um Feedback zu geben.

Ahmen Sie nonverbale Kommunikation nach, die Sie für wirkungsvoll halten

Wenn du bestimmte Gesichtsausdrücke oder Körpersprache beobachtest, die du in einer bestimmten Situation als vorteilhaft empfindest, kannst du dich daran orientieren, um deine eigene nonverbale Kommunikation zu verbessern. Wenn du z.B. siehst, dass jemand mit einem Kopfnicken Zustimmung und positives Feedback kommuniziert, solltest du das in deinem nächsten Treffen nutzen, wenn du die gleichen Gefühle hast.

Nonverbale Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil einer guten Kommunikationsfähigkeit

Nimm dir Zeit, um die Körpersprache und Mimik deiner Gesprächspartner/innen zu verstehen und deine eigene nonverbale Kommunikation zu entwickeln.

Nonverbale Kommunikation in einem Vorstellungsgespräch einsetzen

Die nonverbale Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil des Vorstellungsgesprächs. Es ist wichtig, die nonverbalen Signale deines Gesprächspartners zu lesen und zu interpretieren und mit einer angemessenen Körpersprache zu reagieren. Hier sind ein paar Tipps, wie du die nonverbale Kommunikation in deinem nächsten Vorstellungsgespräch nutzen kannst:

  • Steh auf, wenn dein Gesprächspartner den Raum betritt, und begrüße ihn mit einem einigermaßen sicheren Händedruck.
  • Lächle bei der Begrüßung und natürlich während des gesamten Gesprächs.
  • Sitze mit zurückgenommenen Schultern und aufrechtem Kinn, um Selbstvertrauen zu vermitteln.
  • Stelle beide Füße auf den Boden oder überkreuze sie an den Knöcheln und lege deine Hände auf dem Tisch übereinander, um Offenheit und Freundlichkeit auszudrücken.
  • Setze Gesten natürlich ein, ohne abzulenken.
  • Sprich in einem angemessenen, selbstbewussten Ton, damit deine Gesprächspartner dich leicht und deutlich verstehen können, ohne zu laut zu sein.
  • Verwende eine natürliche, gesprächige Intonation, ohne dich unnatürlich zu steigern oder zu senken.

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