Mentor/in zu sein bedeutet, ein/e vertrauenswürdige/r Berater/in zu sein. Mentor/in zu sein bedeutet, jemandem mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, wenn er/sie ihn/sie braucht, ihm/ihr diese Unterstützung auf eine Weise zu geben, die für ihn/sie sinnvoll ist, und dabei immer die Interessen der Person im Auge zu behalten.

Nimm dir eine Minute Zeit, um an den besten Mentor zu denken, den du je hattest.

Das muss nicht unbedingt jemand von der Arbeit sein, obwohl es natürlich auch möglich ist. Aber Mentoren gibt es in allen Formen und Größen: Es kann dein Vorgesetzter sein, ein Kollege, ein Elternteil, ein Freund, ein Trainer, ein Hochschulprofessor … irgendjemand, der dir irgendwann in deinem Leben ein besonders guter Ratgeber gewesen ist.

Überlege dir jetzt, was diese Person für dich besonders gemacht hat. War es das Beispiel, das sie gegeben haben? Hattest du das Gefühl, dass sie deinen Kommunikationsstil, deinen Arbeitsstil oder deine Ziele wirklich verstanden haben? Dass sie dich immer auf die richtigen Ressourcen hinweisen oder dir den richtigen Rat geben, wenn du ihn brauchst?

Irgendwann in deinem Leben (und wenn du Glück hast, sogar sehr oft) wirst du die Rolle eines Mentors für jemanden übernehmen. Das kann sowohl aufregend als auch ein bisschen verwirrend sein. Was genau bedeutet es, der Mentor oder die Mentorin von jemandem zu sein, und wie kannst du dich in dieser Rolle wirklich auszeichnen?

Wir erklären dir, was ein Mentor ist und welche drei Arten von Mentoren es gibt: Peer-Mentoren, Karriere-Mentoren und Lebens-Mentoren. Dann gehen wir auf 12 Tipps ein, wie du ein toller Mentor wirst.

Was bedeutet es, ein/e Mentor/in zu sein?

Im Grunde genommen ist ein Mentor ein vertrauenswürdiger Berater. Das kann viele verschiedene Bedeutungen haben, aber es läuft darauf hinaus, dass du jemandem mit Rat und Tat zur Seite stehst, wenn er oder sie es braucht, und zwar auf eine Art und Weise, die für ihn oder sie sinnvoll ist, und dass du immer das Beste für die Person im Sinn hast.

Eine Mentor/Mentee-Beziehung kann jahrelang andauern, aber auch nur für ein Kaffeekränzchen. Wenn du jemanden langfristig betreust, lernst du seine Persönlichkeit, seinen Lernstil und seine Ziele wirklich kennen und verstehen, so dass du im Laufe der Zeit noch bessere und relevantere Ratschläge geben kannst. 

Aber ein Mentoring muss nicht langfristig sein. Es kann auch eine einmalige oder kurzfristige Beziehung sein, z. B. wenn jemand Hilfe bei der Bewältigung eines bestimmten Problems braucht – z. B. bei einer beruflichen Veränderung oder bei einem Problem mit einem Kollegen oder Vorgesetzten. 

Nun gehen wir auf die verchiedenn Arten von Mentoren ein.

Peer-Mentoren

Dies ist eher eine Ausbildung als ein Mentorat. Egal, ob jemand eine neue Stelle antritt oder einfach nur am Anfang seiner Karriere steht, er kann von einem Peer-Mentor profitieren, der im selben Unternehmen arbeitet und ihm hilft, sich in seinem neuen Job einzuleben und die Lernkurve schneller zu steigern. Ein Peer-Mentor oder eine Peer-Mentorin hilft bei der Vermittlung bestimmter Fähigkeiten, beim erreichen bestimmter Ziele und bei grundlegenden organisatorischen Maßnahmen, um Dinge zu erledigen.

Für einen Peer-Mentor ist es extremst wichtig sich nicht nur fachlich gut auszukennen sondern auch dass Wissen korrekt zu vermitteln. Viele Peer-Mentoren starte ich Mentoren laufen mit einem Ausbildereignungsschein. Der Ausbildereignungsschein erlaubt es Menschen andere menschen in bestimmten Berufen auszubilden.

Heute können diese Ausbildereignungsschein online gemacht werden auf Plattformen wie Ausbilderschein24.

Karriere-Mentoren

Wenn die meisten Menschen an Mentoring denken, denken sie an Karriere-Mentoring. Karriere-Mentoren und -Mentorinnen sind ihren Mentees im selben Unternehmen oder in einem früheren Unternehmen unterstellt. Ihre Aufgabe ist es, als Karriereberater und Fürsprecher zu fungieren und dabei zu helfen, die Beiträge des Mentees zu seinen langfristigen Karrierezielen und vielleicht sogar zu den übergeordneten Unternehmenszielen zu verdeutlichen.

In einigen Unternehmen sind Karriere-Mentoring-Programme fester Bestandteil der Personalentwicklungsstrategie. Das scheint am besten zu funktionieren, wenn es sich nicht um ein bürokratisches System handelt, sondern eher um ein freiwilliges System, bei dem sich bestehende Mitarbeiter/innen freiwillig als Mentor/innen für neuere Mitarbeiter/innen zur Verfügung stellen. 

Life-Mentoren

Ein Life-Mentor ist in der Regel jemand außerhalb des Arbeitsplatzes seines Mentees. Diese Person kann als objektiver Gesprächspartner dienen, wenn die Person mit einer schwierigen beruflichen Herausforderung konfrontiert ist oder einen Jobwechsel in Erwägung zieht. 

Wahrscheinlich bist du mehr als einer dieser Mentoren für mehrere Personen und hast vielleicht mehrere Mentees auf einmal. Es gibt ein paar Ratschläge, die unabhängig von der Art der Mentorenschaft gelten, in der du dich befindest. 

Wir haben dir 5 Tipps mitgebracht

1. Gehe an jede Mentorschaft anders heran.

Auch wenn du dein Bestes tust, um eine Mentor/Mentee-Beziehung zu kategorisieren, ist jede Beziehung einzigartig. Wenn du anfängst, ist es wichtig, dass du dir Zeit nimmst, um deinen eigenen Stil und deine Bereitschaft einzuschätzen und zu überlegen, welche Art von Engagement du eingehen kannst und willst.

Hier sind einige Fragen die du dir stellen solltest:

  • Was für einen Führungsstil hast du von Natur aus?
  • Welche Erwartungen stellst du in Bezug auf deinen Stil und wie du am besten mit dir arbeitest? 
  • Woran wirst du erkennen, dass dein Mentee erfolgreich ist?
  • Wie wirst du ihm/ihr vermitteln, wie Erfolg aussieht?
  • Was erhoffst du dir von der Entwicklung deines Mentees im Laufe eures Mentorats?
  • Wie kannst du seine/ihre Erfahrungen in verschiedene Phasen einteilen, um diesen Punkt zu erreichen?
  • Wie wirst du die Zeit unter vier Augen nutzen?
  • Wie erklärst du deine Erwartungen an Einzelgespräche (falls zutreffend), damit ihr auf derselben Seite steht?

2. Legt die Erwartungen gleich zu Beginn gemeinsam fest.

Wenn du über die Fragen aus Nr. 1 nachgedacht hast, wird es für dich und deinen Mentee hilfreich sein, sich zusammenzusetzen und die Erwartungen zu besprechen – vor allem, wenn ihr euch gerade erst kennengelernt habt.

Nehmen wir an, ein Ehemaliger deiner Alma Mater schickt dir eine E-Mail und fragt, wie es ist, in deinem Unternehmen zu arbeiten. Du fragst dich vielleicht, ob er dich das fragt, weil er für dein Unternehmen arbeiten möchte, oder ob er einfach nur neugierig ist, wie ein Unternehmen in deiner Branche ist. Wenn du genau weißt, woher sie kommen, kannst du das Gespräch in eine Richtung lenken, die für euch beide hilfreich ist. Wenn dein Unternehmen zum Beispiel keine neuen Mitarbeiter/innen einstellt oder du ihnen nicht bei der Jobsuche helfen willst, solltest du diese Erwartungen frühzeitig klären.

3. Zeig ein echtes Interesse an der Person deines Mentees.

Eine Mentor/Mentee-Beziehung ist eine sehr persönliche Beziehung. Du kannst mittelmäßige Ratschläge geben, ohne die Person wirklich zu kennen, aber um dich als Mentor zu profilieren, musst du deinen Mentee wirklich auf einer persönlichen Ebene kennen lernen.

Wahrscheinlich kennst du schon einige der eher karriereorientierten Fragen: was ihr Arbeitsstil ist, ihr Traumjob, ihre Ziele für ihren aktuellen Job und so weiter und so fort. Aber was ist mit den Dingen, die dich zu … dir machen? Wenn du deinen Mentee auf einer tieferen Ebene kennenlernst, kannst du eine starke Beziehung zu ihm aufbauen und seine Persönlichkeit besser verstehen, seine Vorlieben und Abneigungen, seinen Umgang mit anderen und so weiter.

Wenn dein Mentee dir also erzählt, dass er ein tolles Wochenende hatte, solltest du nicht einfach mit dem Programm weitermachen. Frag sie, was sie gemacht haben, mit wem sie es gemacht haben oder wie ihre Beziehung zu diesen Leuten ist.

Eine gute Möglichkeit, jemanden kennenzulernen? Werde zu einem aktiven Zuhörer. Das ist leichter gesagt als getan: Es bedeutet, dass du dich bewusst bemühst, dem, was dein Mentee sagt, wirklich zuzuhören, anstatt darüber nachzudenken, was du als Nächstes sagen wirst. Du könntest dir Sorgen machen, dass dir sofort etwas Hilfreiches einfallen muss, aber das Beste, was du für deinen Mentee tun kannst, ist, ihm genau zuzuhören, offene Fragen zu stellen, um das Gesagte zu vertiefen, und als Resonanzboden zu dienen.

4. Wisse, wann du warten solltest, bevor du einen Ratschlag gibst.

Wenn du jemanden betreust, fühlst du dich vielleicht unter Druck gesetzt, ihm sofort einen Ratschlag zu geben. Aber nicht jedes Feedback ist hilfreich, und wenn du nicht hilfreiches – oder unwillkommenes – Feedback gibst, kann das eurer Beziehung schaden. Ein/e gute/r Mentor/in weiß, wie man herausfindet, ob sich eine Situation für ein spontanes oder ein wirklich durchdachtes Feedback eignet.

Ein guter Mentor weiß, wann er während eines Gesprächs auf ‚Pause‘ drücken muss. Ab und zu kann uns ein Gespräch unvorbereitet treffen. Zum Beispiel, wenn jemand eine Personalfrage oder ein ernstes Problem mit einem Mitarbeiter anspricht. Vielleicht sagt jemand etwas, das dich wütend oder verärgert macht. Wenn du nicht über die richtigen Informationen, Erfahrungen oder den emotionalen Zustand verfügst, um auf ein Szenario richtig zu reagieren, drücke auf „Pause“. Das gibt dir die Möglichkeit, mehr Informationen einzuholen, mit deinen Ressourcen zu sprechen und mit einer klaren und wertvollen Antwort zurückzukommen.

Wie könnte das in einem echten Gespräch aussehen? Danke, dass du das mit mir geteilt hast. Ich werde mir etwas Zeit nehmen und ernsthaft darüber nachdenken, bevor wir weitermachen. Es ist mir wichtig, dass ich dir die bestmögliche Lösung biete. Warum reden wir nicht [morgen/nächste Woche/nächstes Mal, wenn wir uns treffen] weiter darüber? Ich werde etwas Zeit reservieren.

5. Verbessere deine emotionale Intelligenz.

Emotionale Intelligenz ist eine wichtige Voraussetzung, um ein guter Mentor zu sein. Jedes Mal, wenn du Mentor/in für jemanden wirst, lernst du seine/ihre einzigartige Persönlichkeit kennen, seine/ihre Wünsche und Bedürfnisse, die Erfahrungen, die ihn/sie geprägt haben, und wie er/sie mit verschiedenen Situationen umgeht.

Die besten Mentoren wissen, wie sie diese Informationen herausfinden können, indem sie die richtigen Fragen stellen, die Körpersprache ihres Mentees lesen, aufgeschlossen sind und sogar ihre eigenen Emotionen anerkennen und kontrollieren. 

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